Genie 106 S Aufsatz-Aktenvernichter test

Genie 106 S Aufsatz-Aktenvernichter test

Genie 106 S Aufsatz-Aktenvernichter mit Teleskoparm für jeden Papierkorb (bis zu 6 Blatt, Streifenschnitt, inkl. Papierkorb) Farbe: schwarz test

Erster Eindruck

Hier mal ein „Aktenvernichter“ der ganz einfachen Art. Der Schredder von Genie ist ein optisch schönes Gerät – vielleicht ein wenig sehr klein geraten (unter 1 Kg) – auch verfügbar ohne passenden Papierkorb von 7 Litern für ein paar Euros weniger.  Es gibt nur die einfachsten Grundfunktionen: AUTO(matische)-Start-/Stopp-Funktion, REV(Rückwärts), sowie CLEAR (Motor-Vorlauf um Papierreste auszuwerfen) und OFF(aus) und einen Bügel am Schneidkopf, damit dieser auch auf alle im Büro gängigen Papierkörbe aufgesetzt werden kann. Der mitgelieferte Papierkorb passt perfekt auf den Genie 106 S Vario – Schneidkopf.

Das Genie hat leider keine Lichtschranke, sondern einen Berührungssensor, und alles an Papier muss mittig eingeschoben werden, da dort der Sensor sitzt. Über REV (Rückwärtslauf) lässt sich das eingezogene Material wieder nach oben ausführen. Mit der CLEAR-Taste wird das Weiterlaufen des Einzugs ermöglicht, damit Materialreste nach unten ausgeworfen werden können. Zusammengefasst: Ein einfaches, praktisches Gerät ohne Extras.

Genie 106 S Aufsatz-Aktenvernichter test

Der Genie 106S Vario zieht maximal 6 Blatt Papier ein. Die Automatik (in der Mittelstellung) ist praktisch, wenn man viel Papier abarbeiten möchte. Der Schalter hat ziemlich viel „Spiel“ und wackelt. Aber er funktioniert zuverlässig, wenn man mind. 2 Blatt zusammen hineinschiebt. Im Papier-Einwurfschlitz ist eine Kontaktstelle (Sensor, keine Lichtschranke), die bei (Papier)kontakt den Genie 106 S Vario verzögerungsfrei startet.

Praktisch ist auch, dass der Motor automatisch abschaltet wird, wenn er heiß läuft (das ist mittlerweile Standard bei allen Aktenvernichtern). Das Genie 106 S Vario liefert leider nur Streifenschnitt von 6 mm breite und 30 cm Länge, was vielleicht für den privaten HomeOffice-Gebrauch reicht, um unwichtige Dokumente zu verarbeiten. Wenn man es darauf anlegt das Dokument wieder zusammenzusetzen, sind die Papierstreifen auch mit relativ wenig Aufwand in kurzer Zeit wieder zusammengesetzt. 

Wir haben den Genie 106 S Vario getestet – laut Hersteller soll man bis zu 6 Blätter auf einmal verarbeiten können. Also haben wir 6 Blatt abgezählt und eingeworfen. 

Der Genie 106 S Vario startet direkt mit 72 dB Lautstärke im Leerlauf, da der Motor keine Geräuschdämmung hat. Bei Papierkontakt steigt das Arbeitsgeräusch auf bis zu 76 dB, wobei der Schall durch den Papierkorb voll reflektiert wird. Nach nur 8,5 Sekunden sind die 6 Blätter verarbeitet. Die Herstellervorgabe mit maximal 6 Blatt erscheint also technisch möglich. Nur nimmt die Geschwindigkeit bereits deutlich ab und der Genie 106S erwärmt sich bereits spürbar. 

Den Punkt an dem der Genie 106 S am schnellsten Papier verarbeitet – liegt bei 2-3 Blatt – da braucht er weniger als 7 Sekunden, und bei 5 Blatt schon 7,5 Sekunden. Zu erwähnen wären Tacker- und Büroklammern, die vorher entfernt werden müssen. Wir haben sie am Papier gelassen und hatten bei geringen Papiermengen keine großen Probleme (außer bei 5 oder 6 Blättern pro Durchgang). Sieht man davon ab, ist es aber für den täglichen Einsatz anzuraten, diese vorher zu entfernen. 

6 Blätter pro Durchgang sind das Maximum – aber nach 2 Minuten Dauereinsatz kommt die Abkühlpause von 60 Minuten. Das will niemand. Also haben wir jetzt die Blattmenge gesucht, bei der am meisten verarbeitet wird, ohne dass die Zwangspause kommt. Mit 4 Blättern Dauereinsatz sind es schon fast 2,5 Minuten Dauereinsatz. Mit 2-3 Blatt hatten wir dann einen Dauereinsatz von knapp über 3 Minuten. Das ist wohl dann die Optimale Papiermenge für das Genie 106 S

Setzt man 5 Blätter und mehr nicht ganz gerade in den schmalen Papierschlitz ein – wie es im Büroalltag häufiger vorkommt – folgt regelmäßig ein Papierstau. Leider haben Nachschieben, Rückwärtslauf oder CLEAR nur selten geholfen. Die Blätter haben sich durch den Papierstau aufgefaltet und waren dadurch dicker. Dann haben wir mit Geduld das Papier (Stecker raus!!!) erst mit einer Flachzange, dann mit Pinzette und Stricknadel herausgeholt. Nach rund 10 Minuten war der Schneidkopf wieder frei. Das Aufschrauben des Genie 106S bedeutet ja wie bei allen Geräten automatisch einen Garantieverlust.

Wir können also festhalten, dass eine Menge von 2-3 Blätter gerade eingeworfen den längsten Dauerbetrieb ermöglicht Dadurch konnten weitere Papierstaus vermieden werden und ein Dauerleistung von knapp über 3 Minuten war möglich. Das entspricht einer Verarbeitungsmenge von 65 Blättern hintereinander – das sollte doch für ein Home-Office ausreichen. CD/DVDs/Karten sind vom Hersteller leider auch nicht erlaubt – aufgrund der geringen Motorleistung haben das gar nicht erst probiert.Genie 106 S Aufsatz-Aktenvernichter test

 

Schneidleistung

Der Hersteller gibt maximal 6 Seiten pro Durchgang an (Papier in 80 g/qm Qualität). Bei dieser Menge quält sich das Genie 106S Vario schon sehr, das heißt der Motor läuft deutlich langsamer, aber trotzdem zieht er das Papier durch – aber der Motor erwärmt sich dabei spürbar.

Der mitgelieferte Papierkorb findet man als Ergebnis dann knapp 30cm lange und 6mm breite Streifen, die der Sicherheitsstufe P-2 nach DIN66399-2 entsprechen. Mit der Sicherheitsstufe will man dabei ausdrücken, wie Sicher das Dokument nun zerstört wurde bzw. wie leicht sich das Material wieder zusammensetzten lässt. Mit 6 Blatt ist der Motor aber an seiner absoluten Leistungsgrenze angelangt und erwärmt sich fühlbar – nach 2 Minuten Dauereinsatz kommen dann zuverlässig die 60 Minuten Abkühlzeit. 

Wenn man den Schredder etwas länger betreiben will, haben wir die besten Erfahrungen mit 2-3 Blättern pro Durchgang gemacht. Im Genie-Papierkorb bilden die langen Streifen schneller ein Papierstau, weil die Streifen nicht mehr problemlos nach unten fallen können. Sie bleiben fast aufrecht und wirken wie Sprungfedern. Die Lösung ist – ab und zu diese Streifen hinunterdrücken – naja, für den Privatgebrauch (Home-Office) reicht es aber allemal aus. 

Der/das Genie 106S ist nur für geringe Verarbeitungsmengen vorgesehen (10-20 Seiten pro Tag), das muss man beim Kauf berücksichtigen. Man sollte generell vom Dauereinsatz von 6 Blatt pro Durchgang oder sogar 5 Blatt Abstand nehmen. Berücksichtigt man dies nicht, muss man mit stundenlangen Pausen fürs Abkühlen rechnen.  

Was uns beim Test geholfen hat: bei Papierstau sollte man nicht versuchen, die gestauten Blätter um jeden Preis durch das Gerät zu bekommen – ein langsamer Rückwärtslauf macht es einfacher die Blattreste zu entfernen. Um den Genie 106 S Vario von diesen Papierresten zu befreien, empfehlt sich eine dünne Pappe durch den Genie 106 S laufen zu lassen. Die Pappe ist dabei so starr, dass hiervon i.d.R. die verklemmten Papierschnipsel mitgezogen werden.

Was uns gut gefallen hat

(+) Preis – Leistungsverhältnis (ca. 20€) in Ordnung bei geringster Arbeitsbelastung
(+) Schneidkopf mit ausziehbarem Arm, passt auf fast alle Papierkörbe
(+) Schmale Bauweise, leichte Handhabung (unter 1 Kg)
(+) schnellste Verarbeitung des Papiers/höchste Verarbeitungsmenge bei 2-3 Blättern
(+) und zu unsrer Überraschung – ein Stahlschneidewerk

Was uns nicht gefallen hat

(-) sehr laut (Leerlauf 72 dB – Verarbeitungsgeräusch bis 76 dB); Gehäuse nicht gedämmt
(-) Geringe Dauerlast-Zeit von maximal 2 Minuten (bei 6 Blatt), dann 60 Minuten Abkühl-Pause
(-) keine Büro- oder Heftklammern, keine CD/DVDs/Kreditkarten-Verarbeitung
(-) Auflagefläche des Bügels auf einen anderen Papierkorb als dem der mitgeliefert wurde – das Genie 106S rutscht leicht vom „fremden“ Papierkorb ab..

Genie 106 S Aufsatz-Aktenvernichter test

Fazit

Sensible Daten sollte man damit nicht verarbeiten (Sicherheitsstufe P-2) – da es nur 6 mm-breite Papierstreifen produziert, kann man das Original-Dokument in wenigen Minuten wieder „zusammenpuzzeln“. Das steht aber auch auf der Verpackung. Natürlich darf man von einem Aktenvernichter dieser Preiskategorie keine Wunder erwarten. Wenn man mit dem Genie 1062 Vario mit Papierkorb täglich nur Mengen von rund 10-20 Blatt strapaziert, sollte das Gerät aber für das Home-Office völlig ausreichen. Man könnte auch praktisch sagen das Gerät übernimmt das Zerreißen von Papier per Hand – nur halt in regelmäßigeren Streifen als es per Hand möglich wäre.

Wir hatten gelegentlich Papierstaus, die relativ viel Zeit in Anspruch nahmen, weil der Papierschlitz sehr eng ausfällt und sich daher schwer säubern. Die Rückwärts-Taste und CLEAR helfen nur gelegentlich. Unser Tipp: besser nur 2-3 Seiten ganz gerade einführen und das Papier nicht verkanten. 

Für diesen eher schmalen Einsatzbereich – wenig Verarbeitungsleistung, keine Geheimnisse – ist der Genie 106S Vario aber geeignet, zumindest wenn keine vertraulichen Informationen auf dem zu vernichteten Papier stehen – und man sollte bei dem Kauf/Einsatz des Genie 106 S Vario nicht allzu geräuschempfindlich sein.

Abschließend kann man sagen, wessen Anforderungen nicht hoch sind, für den ist der Genie 106 S Vario kein schlechter Kauf. Wer jedoch davon ausgeht hiermit auch ordnerweise Papiere entsorgen zu können, sollte sich eher ein Gerät ab 100 Euro aufwärts umschauen.

7Expert Score
gut!

Overall
7

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