Fellowes Powershred 12MS Aktenvernichter Test

Fellowes Powershred 12MS, 12 Blatt Mini-Cut (P-4) Aktenvernichter Test

Erster Eindruck:

Der Aufbau des sehr stabil verpackten Fellowes Powershred war ein Kinderspiel, alle 3 Teile passen perfekt zusammen. Der Aufbau ist simpel und schnell gemacht. Zudem gibt es ein 56 Seiten Handbuch für mit ca. 24 Sprachen, wobei für jede Sprache 2-3 Seiten Informationen reserviert sind (deutsch auf Seite 8 & 9). 

Fellowes Powershred ist nur etwa kniehoch (56,5 cm), 10,6 Kilo schwer und hat einen rund 23 Liter großen Auffangkorb mit bodentiefem Sichtfenster und Griff zum Öffnen (Abmaße 24 x 30 x 32 cm). Der Auffangkorb wird durch die Micro-Cut Partikel mit laut Hersteller bis zu 450 Blatt A4 – in unserem Test waren es 480 Blatt gefüllt (ein voller Ordner sind rund 600 Blatt) – somit ist das Entleeren nur recht selten nötig. Fellowes setzt, wie viele anderen Aktenvernichter-Herstellern auf einen Auffangbehälter in Form einer Schublade. Diese Schublade ist deutlich einfacher zu handhaben, denn man muss zum Ausleeren nicht den schweren Schneidekopf abheben, wobei dann gerne kleine Schnipsel herausfallen. 

Fellowes liefert den 12 MS einen weißen Aktenvernichter der Profi-Klasse mit 4 Bodenrollen aus Kunststoff. Das Design fügt ich nahtlos in jede Arztpraxis ein. Im Bürofällt der Fellowes 12 MS mit seiner weißen Farbe auf. Die qualitative Anmutung ist gut, jedoch sitzt der Einschub des Korbes bei unserem Aktenvernichter nicht ganz bündig mit dem Rest des Gerätes und an der Wandstärke des Fellowes 12MS hätte man nicht sparen sollen. Der Fellowes 12MS entspricht den Produktbildern, sieht in der Praxis aber noch ein bisschen edler aus.

Schneidleistung:

Bei einem Dauerbetrieb läuft der Aktenvernichter handgestoppte 31 Minuten am Stück und muss dann genau 10 Minuten abkühlen, bis es wieder einsatzbereit ist. Der Motor des Powershred 12 MS heizt sich nicht sehr schnell auf, denn man hört ab rund 100 Blatt einen leisen Lüfter zur Kühlung surren, wenn die Temperatur steigt. Der Schneidmotor wird auch schnell wieder abgestellt (rund 1 Sekunden nachdem das Papier durchgelaufen ist), die meisten andere Modelle haben 3-5 Sekunden „Nachlaufzeit“. Das mindert den Lärm zusätzlich. Technisch wird jedes einzelne DINA A4 Blatt in rd. 1300 Schnipsel zerlegt (Sicherheitsstufe P-4). 

Mit einer Zuführung von bis zu 8-10 Blatt (70 oder 80 gr/qm-Papier) läuft der Fellowes gleich schnell, ohne deutlich langsamer zu werden. Verwendet man das Maximum der zulässigen Papiermenge, sinkt schnell die Durchlaufgeschwindigkeit schnell und die Temperatur steigt. 12 Blatt auf einmal schafft der Fellowes 12MS ebenso, aber uns geht es in erster Linie darum, den optimalen Punkt zwischen hoher Schneidleistung und und geringer Anzahl an Abkühlpausen zu finden, und dieser liegt nach unseren Tests bei 8-10 Blättern.

Daher haben wir für unsere Testzwecke jeweils 10er Päckchen abgezählt und eingefüllt. Ein 10er-Stapel lässt sich dabei in rund 8 Sekunden vernichten (entspricht 75 Blatt pro Minute), d.h. bei einer Dauerbelastung von 31 Minuten könnten rechnerisch rund 2250 Blatt Papier vernichtet werden. Der Auffangbehälter fasst jedoch „nur“ die Papierreste von 480 Blatt, wobei die Arbeitsgeräusche moderat (59 dB) ausfallen. Wie jeder Aktenvernichter, beschleunigt der Fellowes Powershred 12 MS auch direkt nach der Papiererkennung um genug „Schwung“ für den Papierstapel zu haben (Lautstärke dann rund 59 dB(A)) – nachdem dann der Stapel erfasst wurde, wird (jeder) der Aktenvernichter leiser (Auslauf ca. 51 dB(A)) bis zum Stillstand. 

Und das ist ebenso wichtig für den erhalt des Fellowes Powershred 12MS: nach einem harten Arbeitstag oder nach der Leerung des Auffangbehälters hat der Schredder ein besonderes Futter verdient, also Öl auf ein Blatt Papier träufeln oder den Durchlauf eines fertigen Ölpapiers für Schredder. Denn nach rund zwei vollen Behältern hört man auch, dass das Schneidwerk rauer arbeitet. Erfahrungsgemäß reicht auch, dass  man den Fellowes 12MS zweimal im Monat ölt – also nicht vergessen, oder am besten gleich mitbestellen.

Ölpapier (vom Hersteller) ist vor allem bequem und sicher, kostet aber rd. 60 Cent/Blatt. Günstiger ist zum Beispiel Nähmaschinen-Öl; man gibt es dünn in Zizackform auf Papier und schreddert das Blatt dann. Öl für Schredder gibt es diverse, auch Ballistol Universalöl ist nach Auskunft von Ballistol ausgezeichnet geeignet.

Was uns gut gefallen hat:

(+) Das Gerät ist im Betrieb mit 59 dB relativ leise, man kann im gleichen Raum noch Telefonieren – nur nicht direkt neben dem Gerät.
(+) Das kraftvolle Schneidwerk, kann auch Blätter mit Heft- und Büroklammern verarbeiten.
(+) Es gibt eine zuverlässige Schutzfunktion gegen „Überfütterung“: Hat man doch einen zu dicken Papierstapel eingeschoben, stoppt das Gerät und schiebt die „angeknabberten“ Blätter wieder heraus. Billige Geräte fressen sich fest und müssen dann entweder auseinandergenommen oder leider entsorgt werden.
(+) Der Berührungsschutz von Fellowes „SafeSense“ stoppt zuverlässig, wenn eine Hand den Einzug berührt, das heisst, im Büro dürfen auch mal Kinder das Gerät bernutzen, natürlich unter Aufsicht!

(+) Sehr positiv auch die herausziehbare Schublade (mit bodentiefem Füllstandsfenster). Das Ausbauen / Abheben des Schneidwerks, wie von „Billiggeräten“ bekannt, entfällt.
(+) Ein dünner (sehr großer) Müllbeutel findet Platz in der Schublade

(+) vernichtet Kreditkarten genau so fein wie Papier, aber …

Was uns nicht gefallen hat (Meckern auf hohem Niveau):

(-) Das Schneidwerk schreddert Plastikkarten genauso klein, wie Papier (in manch anderen Geräten werden diese nur in Schreifen zerschnitten). Aber das zerkleinerte Plastik landet in den Papierresten. Wer also umweltbewusst trennen will, müsste das Gerät vorher entleeren oder wie wir – wir stellen eine geöffnete Butterbrotdose in den Fellowes Powershred 12MS, um die Plastikkartenreste aufzufangen.

(-) Der recht große Auffangbehälter hat Winkel und Ecken, wo Papierreste beim Entleeren gerne hängenbleiben. Fellowes sieht hier eigentlich spezielle Plastiktüten vor, die eingehängt werden können, was das Papierrecycling natürlich schon wieder ad absurdum führt. 

(-) Bei einem so teuren und fein schreddernden Gerät sollte der Hersteller auch noch mehr an der „Dichtigkeit“ gegen den Austritt von feinem Papierstaub in die Raumluft arbeiten. Dichtungen und/oder ein intelligentes Abschlußsystem für das Entleeren des geschredderten Inhalts sucht man vergeblich.

(-) verarbeitet keine CDs/DVDs, aber da die meisten Schredder CDs aber auch nur in 3 oder 4 Streifen schneiden, kann man sich da auch mit einer Schere behelfen, wenn man nicht andauernd CDs vernichten muss.

(-) das Gerät hat kein Standby und man muss den Hauptschalter auf der Rückseite betätigen.

Fazit:

Das Gerät arbeitet mit 59 dB recht leise im Büroumfeld und schafft auch im Dauerbetrieb das Papier in ganzen Ordnermengen. Wir hatten an demselben Tag auch einen preiswerten Aktenvernichter im Test für rund 40 Euro. Größer könnte der Kontrast nicht sein, denn dieser hatte einen 3 Blatt-Einzug, was dann nach einer Viertelstunde Betrieb erstmal eine halbe Stunde Abkühlpause brauchte. 

Hier bewahrheitet sich das Sprichwort, „wer billig kauft, kauft zweimal“.in unserem Fall wäre der Preis zwar  drei- bis viermal höher, denn der Fellowes 12MS ist in seiner 150-Euro-Preisklasse zwar deutlich teurer, aber man muss auch die Zeit und den Ärger bei Reklamation, Wartezeit für Austauschgeräte usw. einrechnen, wenn man in der 40 Euro-Klasse kauft – und den hohen Betriebslärm von 70 dB. 

Wir können den Fellowes Powersshred 12MS daher ohne Einschränkungen empfehlen und wem das Gerät aktuell zu teuer ist und er braucht nicht sofort ein Neues – der kann natürlich auch auf Aktionen warten, wie den Black Friday und ähnliches.

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