Fellowes Powershred 10M test

Erster Eindruck

Der Aufbau Fellowes Powershred 10M erreichte unser Testlabor in einem sehr stabil verpackten Karton. Der „Aufbau“ der drei perfekt zusammenpassenden Teile geht schnell und leicht. Zudem gibt es da ja noch ein 56 seitiges, mehrsprachiges „Handbuch“ im DIN A4 Format, wobei je Sprache 2-3 Seiten reserviert sind (deutsch auf Seite 8 & 9).  Der Aufsatz mit dem Motor wird einfach aufgesteckt, danach setzten wir den Korb ein – fertig. Mitgeliefert werden außerdem vier Bodenrollen, die sich leicht anbringen lassen – zwei der beiden Rollen haben eine Bremse. Eine beiliegende Gebrauchsanleitung enthält neben den Sicherheitshinweisen außerdem Tipps zur Wartung und Fehlerbehebung. Öl zum regelmäßigen Schmieren des Papiereinzuges ist leider nicht im Lieferumfang enthalten.

Der Fellowes 10M ist inklusive seiner Bodenrollen in etwa kniehoch (50 cm), 8 Kilo schwer und hat einen 19 Liter großen Auffangkorb (als Schublade). Zudem hat der Powershred 10M ein sehr großes Sichtfenster mit einem eingearbeiteten Griff zum Öffnen (Abmaß 25 x 34 x 50 cm). Der Auffangkorb wird durch die Micro-Cut Partikel (2 x 12 mm = Sicherheitsstufe P-5) mit bis zu 370 Blatt DIN A4 – in unserem Test passten sogar 390 Blatt hinein. Muss man einen kompletten Ordner zerschneiden, braucht das zwei Entleerungen. Jedes einzelne DIN- A4 Blatt wird dabei in über 2000 Schnipsel zerlegt (das ist die Anforderung für die Sicherheitsstufe P-5). Falls jemand dieses „Puzzle“ lösen möchte – das Problem sind die über 2000 „glatten Randteile“.

Fellowes liefert den 10M als schwarzen Aktenvernichter der Profi-Klasse mit 4 Bodenrollen aus Kunststoff. Das Design des Fellowes Powershred fällt in einer Bürolandschaft nicht weiter auf. Die qualitative Anmutung ist gut, jedoch sitzt der Einschub des Korbes bei unserem Aktenvernichter nicht perfekt bündig mit dem Rest des Gerätes. Der Fellowes 10M sieht in der Praxis aber noch ein bisschen edler aus, als auf den Produktbildern. Fellowes setzt, wie viele anderen Aktenvernichter-Herstellern auf einen Auffangbehälter in Form einer Schublade. Diese ist deutlich einfacher zu handhaben als ein aufgesetzter Schneidkopf, denn man muss zum Ausleeren nicht den Motor abheben, wobei dabei dann gerne kleine Schnipsel herausfallen. 

Schneidleistung 

Die Bedienelemente beschränken sich auf das Notwendigste – es gibt kein Display oder ähnliches. An Bedienmöglichkeiten gibt es einen großen Schiebschalter mit O(Aus), I(Automatik) und << (Rückwärts). Zudem kann man die Funktion des Fellowes Powershred 10M blockieren, indem man über einen kleinen Sperr-Schieber (mit Schloss-Symbol) bedient. 2 LEDs neben dem großen Schiebeschalter zeigen die Zustände „eingeschaltet“, „Papierstau“ (blinkt rot) „Überhitzung“ (rot) an.

Bei einem Dauerbetrieb von 10 Seiten (Papierqualität 70 g/m2) pro Durchgang läuft der Aktenvernichter handgestoppte 10,5 Minuten am Stück und muss dann zwischen 18-19 Minuten abkühlen, bis es wieder einsatzbereit ist. Verwendet man das Maximum – hier 10 Blatt pro Durchgang – sinkt die Durchlaufgeschwindigkeit schnell und die Temperatur steigt fühl- und messbar. Daher haben wir für unsere Testzwecke jeweils 10er Päckchen Papier abgezählt und eingefüllt. 

Ein Einzelblatt ist in 8 Sekunden zerschnitten – ein 10er-Stapel lässt sich dabei in rund 11 Sekunden vernichten, d.h. bei einer Dauerbelastung von 10 Minuten können rund 550 Blatt Papier vernichtet werden. Das entspricht in etwa einem gut gefüllten Aktenordner (600 Blatt), aber der Auffangbehälter des Powershred 10M fasst „nur“ die Papierreste von 390 Blatt. Der Motor hat nur wenig Nachlaufzeit (rund 1 Sekunden nach dem das Papierende), die meisten andere Fellowes-Modelle brauchen 2-3 Sekunden. Das mindert den Lärm zusätzlich, wobei die Arbeitsgeräusche moderat ausfallen.

Wie jeder Aktenvernichter, beschleunigt der Fellowes Powershred 10M auch direkt nach der Papiererkennung um genug „Schwung“ für den kommenden Papierstapel zu haben, jedoch mit moderater Lautstärke von rd. 71 dB(A). Nachdem das Papier erfasst wurde, wird der Fellowes 10M etwas leiser (Auslauf ca. 68 dB(A)) bis zum Stillstand. 

Unser Tipp: nach einem „harten Arbeitstag im Büro“ hat sich der Schredder ein besonderes Futter verdient. Nämlich den Durchlauf eines Ölpapiers für Schredder – in der Bedienungsanleitung steht, dass das jedes Mal nach dem Leeren des Auffangbehälters gemacht werden soll. „Spart“ man sich das, wird bereits nach zwei weiteren Behälterleerungen akustisch deutlich, dass das Schneidwerk rauer und auch etwas lauter arbeitet. Also am besten gleich das Öl-Papier mitbestellen. In der größten Not – wenn einem am Samstagabend das Öl-Papier ausgeht und man muss noch 10 Ordner verarbeiten, kann man auch auf ein beliebiges Blatt Papier ein riesiges W mit Nähmaschinen-Öl, oder Balistol zeichnen und dann dieses Blatt in den Aktenvernichter geben. Das aber nur im Notfall. ;o)

Was uns gut gefallen hat

Fellowes Powershred 10M test

Fellowes Powershred 10M test

(+) im Betrieb sehr leise; man kann in der Nähe noch telefonieren
(+) kraftvolles Schneidwerk, schafft auch Heft- und Büroklammern
(+) zuverlässiger, automatischer Schutz gegen zu viel Papier: das Gerät stoppt und schiebt die „angeschnittenen“ Blätter wieder nach oben. 

(+) Kindersicherung gegen unbefugte Benutzung (Schalter mit „Schloß“-Symbol)

(+) herausziehbare Schublade (mit großem Füllstandsfenster). 

(+) dünner (Fellowes-Spezial-) Plastik-Müllbeutel lässt sich in der Schublade einsetzen

(+) vernichtet Kreditkarten, so fein wie Papier

Was uns nicht gefallen hat

(-) automatische Abschaltung bei Hautkontakt ist nicht (mehr) eingebaut

(-) zerschnittene Plastikkarten landen in den Papierresten. Separater Behälter wäre gut 

(-) Auffangschublade nicht ganz staubdicht
(-) kein integrierter Schredder für CD/DVDs 

(-) schaltet nicht von selbst aus (im Standby) 

(-) Kunststoffmaterial des Auffangbehälters ist sehr dünn 

Fazit

Die Zielgruppe für den Powershred 10M ist das Home-Office oder kleine Büro mit einem Papiervolumen von rund 250 Blatt am Tag oder 10 Kreditkarten. Das Fellowes Powershred liefert gute Schneidleistungen, mit einer Dauerarbeitsphase von 10 Minuten – in denen knapp 600 Blatt verarbeitet werden können und einer moderaten Abkühlphase von unter 20 Minuten. Da kann auch schon Mal der eine oder andere Ordner entsorgt werden. 

Die Kapazität des Auffangbehälters steht der Schneidleistung etwas nach (nur 19 L), aber dann bräuchte der Fellowes ein deutlich größeres Gehäuse und wäre deutlich „wuchtiger“. 

Das Fellowes 10M ist somit ohne Einschränkungen empfehlenswert. 

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