AmazonBasics 5-6 Blatt Hochsicherheits-Aktenvernichter Test

AmazonBasics 5-6 Blatt Hochsicherheits-Aktenvernichter Test

Erster Eindruck:

Der Schredder hat montierbare Rollen unter „jeder Ecke“, das hat sich beim Testen als praktisch erwiesen, wenn man das Gerät ab-und-an verschieben muss. Die vorderen beiden Rollen kann man übrigens auch feststellen (per entsprechende Minihebel am Rad). Die Rollen sind aus Kunststoff ohne Gummibeschichtung, das bedeutet kein leises Rollen auf harten Böden. Wir haben die Rollen zur Funktionskontrolle kurz montiert, dann aber wieder abgebaut um eine erhöhte Standfestigkeit des Gerätes zu haben.

Funktional gib es die integrierte Auto-Start-Fuktion  – der Aktenvernichter bleibt bequem im Stand-by, leider gibt es nur eine manuelle Rücklauf-Funktion – damit lässt sich der Papierstau aber auch schnell lösen, wenn auch weniger elegant. Der mittlerweile bei allen Schredder vorhandene Überhitzungsschutz muss nicht extra erwähnt werden.

Kreditkarten lassen sich auch schreddern, wobei die Karten in den Schlitz für Papier geschoben werden und, wie das Papier, in Partikel zerschnitten werden. DVDs/CDs werden in 4 Teile geschnitten, das reicht für den privaten Datenschutz. Wer mehr will, kann die Teile dann nochmal quer einlegen und hat dann noch kleinere Teile.

Was hier, wie bei fast allen anderen Schreddern mit Kreditkarten/DVD/CD-Schlitz zu bemängeln ist (in der Preisklasse), gibt es keine extra Auffanggelegenheit für die Plastikreste. Da wir nur selten Plastikteile schreddern, behelfen wir uns, indem wir eine Brotdose in den Aktenvernichter stellen, direkt unter den Schlitz – also – falls bereits Papier im Auffangbehälter ist.

Das Gehäuse und der Auffangbehälter sind aus sehr dünnem Kunststoff gefertigt. Zudem ist das Gehäuse oben, wo der Kopf aufgesetzt wird, nicht ringsum geschlossen. Der Motorblock muss von oben auf das Gehäuse durch festen Druck auf die 4 Ecken aufgesetzt werden, damit dieser einrastet, das heißt die Stabilität kommt erst durch das Aufsetzen des Schneidwerks zustande. Das Schneidwerk jedoch erscheint sehr solide, und sitzt ausreichend sicher über dem Auffangbehälter.

Der Schalter ist stabil und gut verarbeitet, das Sichtfenster liegt sehr hoch und ist sehr schmal.

Der Stromkabelausgang hinten rechts war leider wackelig – da hat wohl die Qualitätssicherung (ausnahmsweise) geschlafen.
Der entnehmbare Auffangbehälter ist ein klares Plus fürs Handling und relativ selten in dieser Preisklasse. Beim Herausziehen hakelt der Auffangbehäleter etwas, was aber noch erträglich war  – jedoch beim Zurückschieben braucht es Kraftaufwand. Denn nur wenn der Behälter und alle Teile wieder richtig sitzen, geht (aus Sicherheitsgründen) der Schredder wieder.

In der beiliegenden, gedruckten Anleitung steht, dass man bei Nichtbenutzung immer das Stromkabel aus der Steckdose ziehen soll. Der Sinn dahinter ist, dass das Gerät (obwohl der Schiebeschalter auf Aus steht) immer noch etwas Strom zieht (gemessene 1,6 Watt). Das ist aber auch mit bloßem Auge feststellbar, wenn man es ganz dunkel macht, sieht man, dass die LED noch immer schwach blau brennt. Eine Steckdosen mit Kippschalter hilft hier Strom sparen und stellt sicher, dass das Gerät wirklich aus ist.

Schneidleistung:

Pro Minute schafft das Gerät 13 einzelne Bögen, wenn man sie direkt nacheinander einführt. Wir empfehlen, maximal 2 Seiten zugleich zu schreddern, dann bleibt die Überhitzung „ein Fremdwort“. Alles andere ist eine vermeidbare Belastung für den Motor und da das Gerät für den privaten Endanwender ist, sollte das auch gehen. Mit akzeptabler Arbeitsgeschwindigkeit können es auch 4-5 Blätter sein. Alles darüber hinaus startet sofort „Schreddergewürge“ und die Verarbeitungsgeschwindigkeit sinkt deutlich, wobei sich der Schredder schnell erwärmt (gemessen haben wir einen deutliche Anstieg direkt über dem Papierschlitz. Ab dem zweiten 8-Seiten-Paket beginnt auch eine fühlbare Erwärmung)

Wenn man im Dauertest die maximal 2 Minuten durchgehend arbeitet und der Überhitzungsschutz (gelbe LED leuchtet) das Gerät „bremst“ muss das Gerät offizielle 40 Minuten pausieren (gemessene 38 Minuten).

Jetzt der Dauertest-Parkur – Motto: wie lange kann man ohne Überhitzung dauerhaft schreddern – maximal 2 Blatt zusammen einschieben und in 2 Minuten so viele Seiten wie es geht – so werden maximal 52 Seiten zerkleinern. Danach empfiehlt sich eine kurze (Kaffee-)Pause von ein paar Minuten, und weiter geht’s. So bleibt die „Überhitzungsbremse“ aus.

Zudem wichtig: In der Anleitung wird von 75-Gramm-schwerem Papier ausgegangen. Standardpapier in Deutschland (und in Österreich / Schweiz) hat 70 oder 80 Gramm. Die Angabe, dass man maximal 8 Seiten gleichzeitig verarbeiten kann, bezieht sich daher auf 75-Gramm-Papier.

Wie beschrieben schafft der AmazonBasics auch Büroklammern oder Tackernadeln, was natürlich die Schneiden des Aktenvernichters schneller stumpf werden lässt.

Was uns gut gefiel:

  • Stabiler 7-8-Blatt-Mikroschnitt-Shredderwerk, wobei 4-5 Blätter das „normale“ Maximum sein sollte
  • 11 Liter große Auffangbehälter
  • 4 Rollen zum Verschieben des Geräts (davon 2 feststellbar)
  • Vernichtet auch Kreditkarten/CDs/DVDs

Was uns nicht gefallen hat:

  • Dünnes Gehäuse, erst das Schneidwerk bringt Stabilität
  • Verursachte Lärm (gemessene 69 dB(A) beim Shreddern – nichts für „Nachtarbeiter“
  • Auch für den privaten Bereich nicht mehr ausreichende Dauerbetriebszeit von NUR 2 Minuten, bei einer Abkühlphase von 40 Minuten.
  • Amazon gibt nur eine auf  1 Jahr limitierte Garantie (EU_Standard sind 2 Jahre). Man muss sich hier auf die bekannte „Amazon-Kulanz“ verlassen.

Zum Thema „pflege und Ölen“, steht leider nichts in der Anleitung. Dazu mein Tipp: Ganz normales Rapsöl aus dem Supermarkt oder Nähmaschinen-Öl aus dem Baumarkt eignet sich für einfache Schredder. Ölen muss man ohne Ausnahme jeden Aktenvernichter, unabhängig von der Schneidleistung, sofern man Interesse an einer gleichmäßigen Schneidleistung und geringem Arbeitsgeräusch hat.

Am einfachsten sind Standard-Öl-Papiere, zum Beispiel die Schmiermittelblätter von AmazonBasics.

Ok, das improvisierte ölen geht so: Ein A4-Blatt nehmen und dann das Öl einmal im Doppel-Z darauf träufeln. Das Blatt sollte auch links und rechts Öl abbekommen haben. Das Blatt dann schreddern – danach noch den Rückwärtsgang einschalten, damit sich ein dünner Ölfilm an allen Zähnen verteilt, und dann eine zweite Seite normales trockenes Papier hinterher, um ggf. überschüssiges Öl aufzunehmen, fertig. Zudem empfehlen wir Öl-Papiere separat aufzufangen und über den Restmüll zu entsorgen, um dem Papier-Recycling nicht Extra-Arbeit zu machen.

Aufgefallen ist uns, dass das Gerät nach dem Auspacken nicht übermäßig nach Plastik riecht, aber das es nach der Benutzung für eine kurze Zeit nach „Motor“ riecht. Wir hatten das Gerät auch nur 1 Woche im Test. In der Regel verfliegt der Geruch schnell wieder, aber er ist da und so weise ich darauf hin.

Fazit:

Das Design ist vor allem funktional und bezogen auf das Design eher Geschmackssache. Man kauft einen Aktenvernichter ja vor allem wegen der Funktionalität und kann bei dem Preis auch kein Designobjekt erwarten. Auch die geringe Lautstärke ist toll. Allgemein gilt, dass man in der 60-70 Euro-Klasse relativ gut gebaute Geräte mit einem soliden Schneidwerk bekommt. Die Aktenvernichter in dieser Klasse sind zuverlässig und keine „Glückskäufe“ mehr, die nur gerade so bis Ende der Garantiezeit halten. So wie dieser Amazon-Basics-Schredder. Dieser Schredder liefet für seine Klasse bereits einige Merkmale, die ihn schon leicht außerhalb des Standards heben, wie der entnehmbare Auffangbehälter und die Bodenrollen. Für diejenigen, die eeetwas mehr als „die reine Mindest-Funktionalität“ haben möchten – eine klare Kaufempfehlung.

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8.5 Testergebnis
Sehr Gut!

overall
8.5

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